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Gesprengte Fesseln-Erfolgreicher Ausbruch aus häuslicher Gewalt

Drucken 27.04.2010, 13:45 Uhr, Familie und Partnerschaft

Gesprengte Fesseln – Erfolgreicher Ausbruch aus häuslicher Gewalt

Der Schritt in die häusliche Gewalt ist schnell getan. Langsam und unmerklich wird der Betroffene von seinem sozialen Umfeld isoliert, gerät immer mehr in die Abhängigkeit zu seinem Partner. Nach dem ersten Übergriff beteuert der Täter noch das es ihm leid tut, es nie wieder vorkommen wird. Nur zu gerne schenkt der Betroffene ihm Glauben, versucht diesen Übergriff zu vergessen und zu verzeihen.
Leider ist es jedoch so, das es nicht bei dem einen Mal bleibt. Schon die Isolation ist Gewalt. Und zwar fällt diese in den Bereich der psychischen Gewalt. Diese Form der Gewalt wird weder von Betroffenen noch von Außenstehenden wirklich war wahr genommen. Aufgrund eigener Erfahrungen wird die Autorin Gabriele Remscheid schon hellhörig wenn sie mit bekommt das einer der Partner nicht in der Lage ist Entscheidungen zu treffen. Dazu hier ein Beispiel.

„Du ich möchte gerne mit Dir ein Eis essen gehen und danach vielleicht noch ein wenig bummeln.“ Antworten wie „Da muss ich erst mal meinem Mann fragen ob wir etwas vorhaben.“ Oder, „ich würde ja gerne aber ich muss für xy noch dies erledigen.“ Selbst de harmlos klingende Antwort „nein es ist mir zu spät, ich möchte zuhause sein wenn xy nach Hause kommt, wir essen dann immer,“ lassen bei der Autorin die Alarmglocken klingeln.

Sie versucht dann heraus zu finden ob dies Ausnahmen sind oder die Regel ist. Sollte sich nach einiger Zeit herauskristallisieren es ist die Regel, dieser Mensch macht nichts ohne seinen Partner vorher um Erlaubnis zu fragen, beginnt der schwierigere Teil.

Spricht man einen Betroffenen direkt darauf an, wird er die Gewalt leugnen. Die Gründe dafür sind vielfältig, reichen von Angst und Scham bis hin zu dem Gedanken ich bin doch selber schuld und darf mich nicht beklagen. Jetzt höre ich förmlich wie Sie sagen: „Dann kann ich doch gar nicht helfen.“ Doch Sie können. Signalisieren Sie einem vermutlich Betroffenen das Sie immer zuhören werden, jederzeit erreichbar sind. Informieren sie sich möglichst schnell welche Hilfen es für Betroffene gibt, und geben sie diese Informationen weiter. Aber nicht nach dem Motto hier habe ich etwas für dich. Nein ein wenig Taktik sollte da schon dabei sein. Auch hierzu einige Beispiele.

„Hast Du schon gehört bei uns im Ort gibt es jetzt einen Frauentreff, dort treffen sich regelmäßig Frauen zum Kaffeeklatsch, sie machen Ausflüge etc. Ich überlege ob ich auch dahin gehen soll. Aber allein macht dies auch keinen Spaß.“ Nebenbei die Adresse einfließen lassen, oder wo man davon erfahren hat.

„Hast Du gestern den Krimi gesehen, ich fand es furchtbar wie diese Familie unter dem Mann gelitten hat.“ Gerade zur Zeit greifen einige Filme das Thema häusliche Gewalt auf, und bieten so eine Grundlage zu einem neutralen Gespräch.

Eine Leseratte könnte man auch mit entsprechender Literatur locken. Einen sportlichen Mensch könnte man einladen gemeinsam Sport zu treiben, bevorzugt natürlich Selbstverteidigung.

Was ich sagen möchte, der wichtigste Schritt ist es eine Basis für ein neutrales Gespräch auf zu bauen. Den Betroffenen zwar spüren zu lassen ich weiß es, aber nicht direkt an zu sprechen. Es fällt wesentlich leichter erst mal über dritte, auch fiktive Personen, zu reden als über das eigene Erleben. Sie werden spüren wenn der Betroffene bereit ist auch sich und sein Leben in diese Gespräche mit ein zu beziehen. Manches wann Sie dann erfahren werden ist sicher nicht leicht zu verdauen. Doch BITTE machen Sie dann nicht den Fehler dies zu zeigen oder noch schlimmer zu sagen. Auch bedauern hilft nicht wirklich weiter. Versuchen sie nüchtern zu reagieren, und geben Sie Ihr Wissen weiter. Stellen Sie fest das Sie überfordert sind, das Thema Sie zu sehr belastet dann ist Ehrlichkeit wichtig. Einem Betroffenen hilft es nicht wenn Sie sich dann wortlos und heimlich zurück ziehen. Der Satz: „Du ich kann Dir da nicht raus helfen, aber ich kenne jemanden der er kann,“ hilft dem Betroffenen wesentlich weiter. Ein Betroffener der es endlich schafft sein schweigen zu brechen, wird eine lange Zeit immer wieder auf dieses Thema zurück kommen. Er wird es immer wieder mit ihnen besprechen wollen und spürt in dem Moment nicht das er Sie überfordert. Seien Sie ehrlich und sagen Sie ihm das es ihnen zu viel wird.

Lieber Leser, vielleicht sind gerade Sie es der einem Menschen zu einem erfolgreichen Ausbruch aus häuslicher Gewalt verhelfen kann. Eine Sammlung aus Informationen finden sie auch auf www.gesprengte-fesseln.de

Gabriele Remscheid


Autor / Kontakt:
Gabriele Remscheid
Frau Gabriele Remscheid
Niederkrüchten
Fon: 02436-382377
URL: http://www.gesprengte-fesseln.de

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