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Histamin-Intoleranz: Kaum bekannte Stoffwechselstörung mit breiter Symptomatik

Drucken 01.01.2010, 23:46 Uhr, Krankheiten und Erkrankungen

Kennen Sie das auch? Einige lästige Symptome, die immer wiederkehren und sich störend bemerkbar machen, ohne dass Ihr Arzt eine Ursache finden kann. Zwar kann er Ihnen Medikamente verschreiben, welche die Symptome vorübergehend lindern können. Sie werden sie aber nie dauerhaft los. Haben Sie schon einmal ausprobiert, ob vielleicht eine Histamin-Intoleranz die Ursache sein könnte?

Histamin-Intoleranz (auch als Histamin-Unverträglichkeit oder Histaminose bezeichnet) ist eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, von der mindestens 1% der Bevölkerung betroffen sein soll. Ein Missverhältnis zwischen Zufuhr und Abbau von Histamin führt zu einem erhöhten Histaminspiegel.

Die Symptome der Histamin-Intoleranz gleichen einer Allergie, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Erkältung. Sie treten insbesondere im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf, können fallweise aber auch chronisch andauern, ohne dass dem Betroffenen ein Zusammenhang mit der Ernährung bewusst wird. Eine enorm breite Palette von teils unspezifischen Symptomen ist möglich. Welche Symptome auftreten, ist individuell verschieden. Als typische Leitsymptome einer histaminvermittelten Symptomatik können auftreten:
- Anschwellende Nasenschleimhaut, laufende Nase, Niesen, Auswurf, Hustenreiz, Atembeschwerden
- Verdauungsprobleme: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen
- Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötungen (Flush im Gesicht)
- Hitzewallungen, Schweissausbrüche, gestörtes Temperaturempfinden
- Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen, niedriger Blutdruck
- Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
- Schlafstörungen, Müdigkeit
- Depressive Verstimmungen, Depression, unerklärliche Traurigkeit
- Übelkeit, Erbrechen
- Menstruationsbeschwerden
- Ödeme (Schwellungen, Wasseransammlungen)
- Alkohol wird oft schlecht vertragen ("Alkoholallergie")

Es ist nicht möglich, anhand der auftretenden Symptome eine Histamin-Intoleranz zu diagnostizieren oder auszuschliessen. Auch existiert kein Labortest, mit dem eine HI diagnostiziert werden könnte. Die übliche Diagnostik bei einer Allgemeinuntersuchung ist in der Regel unauffällig und liefert keinen Befund, so dass Ärzte oft die Leiden ihrer Patienten nicht nachvollziehen können und keinen Bedarf für weitere Abklärungen sehen. Viele Erkenntnisse aus der Forschung sind noch neu und den Ärzten noch wenig bekannt. Oft wird bei einer histaminvermittelten Symptomatik zuerst nach Allergenen als Auslöser gesucht. Meist wird schlicht nicht an die Möglichkeit gedacht, dass stattdessen auch eine Histaminabbaustörung der Grund für die Histaminsymptome sein könnte. Viele Fälle bleiben deshalb unerkannt oder werden falsch oder erst nach Monaten bis Jahren diagnostiziert. Typischerweise haben Betroffene eine lange Odyssee hinter sich, während der sie vergeblich von Arzt zu Arzt wechseln und nach kostspieligen Untersuchungen aus Unverständnis immer wieder als gesund entlassen oder als psychisch krank abgestempelt werden (Psychosomatiker, Hypochonder, krankhaftes Aufmerksamkeitsbedürfnis).
Die einzige zuverlässige Diagnosemethode besteht in einer mehrwöchigen Eliminationsdiät (Auslassdiät), bei der auf diejenigen Nahrungsmittel, die den Körper mit Histamin belasten, konsequent verzichtet wird. Trifft der Verdacht auf Histaminintoleranz zu, beginnt schon nach den ersten Tagen eine allmähliche Besserung der Beschwerden.

Histamin ist ein Fermentations-, Reifungs- oder Verderbnisprodukt, das in den meisten Nahrungsmitteln in stark unterschiedlicher Konzentration enthalten ist. Besonders die leicht verderblichen Produkte sind im frischen Zustand nahezu histaminfrei, können sich aber mit zunehmender Lagerdauer zu wahren "Histaminbomben" entwickeln. Besonders viel Histamin ist tendenziell enthalten in verdorbenem Fisch und Fischkonserven, Wurstwaren und Trockenfleisch, lang gereiften Käsesorten, Wein, Sekt, Bier und Essig sowie anderen Gärungsprodukten. Da Histamin hitze- und kältestabil ist, kann es weder durch gründliches Durchgaren noch mit anderen Methoden aus den Speisen entfernt werden.
Einige Nahrungsmittel enthalten nicht direkt Histamin, sondern Stoffe, welche körpereigenes Histamin unspezifisch aus den Speicherzellen freisetzen und so ebenfalls zu Histaminbelastung führen können (Histaminliberatoren). Andere Nahrungsmittel haben die Eigenschaft, die Histamin abbauenden Enzyme zu hemmen oder die Aufnahme von Histamin über den Darm zu begünstigen. Zu meiden sind deshalb auch Sauerkraut, Spinat, Tomaten, Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Soja), Erdbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte, Banane, Ananas, Kiwi, Birnen, Papaya, Nüsse, viele Saucen, Würzen und Gewürze, aber auch bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe. Betroffene sollten ihre Mahlzeiten grundsätzlich aus frischen, möglichst unverarbeiteten Rohstoffen selbst zubereiten und rasch verbrauchen oder sofort einfrieren.

Genauere Informationen erhalten Sie hier:
www.histaminintoleranz.ch


Autor / Kontakt:
Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI)
Herr H. Lamprecht
CH-8952 Schlieren
URL: http://www.histaminintoleranz.ch

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