Startseite / Psyche und Seelsorge / Neues von der Autorin Gabriele Remscheid
Neues von der Autorin Gabriele Remscheid
Drucken
16.08.2011, 14:22 Uhr, Psyche und Seelsorge
Im Oktober 2009 brachte Frau Remscheid ihr erstes Buch auf den Markt. „Gesprengte Fesseln –Erfolgreicher Ausbruch aus häuslicher Gewalt.“ Darin erzählte sie von ihrer Kindheit und Erziehung, dem Verlust der Mutter und wie sie in einer Beziehung landet die aus purer Gewalt besteht. Damit packte sie ein Tabuthema an. Häusliche Gewalt spricht niemand gerne an, und man befasst sich auch nicht gerne damit. Somit dauerte es über ein Jahr bis das Buch dann doch regelmäßig Käufer fand.
In wenigen Wochen genauer gesagt im Oktober 2011 erscheint eine Fortsetzung unter dem Titel „Qual der Wahl.“ Dieses Mal geht es um die Folgen von häuslicher Gewalt. Sehr eindringlich erzählt Frau Remscheid das solche Erfahrungen nicht ohne Spuren bleiben. Wie schwer es ist sich in Freiheit zurecht zu finden. Ein großer Teil des Buches handelt aber auch von den Kindern. Kinder kommen ebenfalls nicht spurlos aus solchen Beziehungen, sie leiden ebenso wie die Mutter, durchleben tiefe Täler, bis sie dann irgendwann ihren Weg finden mit einer solchen Vergangenheit zu leben. Jedes der vier Kinder hat einen eigenen Weg genommen, und keiner glich dem der Mutter.
Im Gegensatz zum ersten Buch wird es in diesem auch Bilder geben die einen kleinen Einblick in Frau Remscheids Privatsphäre geben. Wie Frau Remscheid erzählte plant sie noch einen dritten und letzten Teil. Sie sagt es wäre zu gedrängt alles was geschehen ist in „Qual der Wahl“ zu packen, es würde den Umfang des Buches sprengen.
Hier eine kleine Kostprobe von dem was sie erwartet:
Leseprobe:
Ende Dezember wurde ich auf einen anderen Mann aufmerksam. Er war ebenfalls fast täglich im Chatraum, doch er beteiligte sich nie an den Gesprächen. Warum er mir trotzdem auffiel? Es war sein Nickname. Er nannte sich Helferling. Dies machte mich neugierig, wie kam ein Mann von 44Jahren auf die Idee sich Helferling zu nennen? Einige Zeit später fasste ich mir ein Herz. Es war Anfang Januar, ich war ziemlich früh zu Hause. Ich schrieb dem Helferling eine Nachricht, in der ich ihn direkt darauf ansprach. Einige Zeit später hatte ich tatsächlich eine Nachricht, die mir aber auch nicht weiterhalf. „Weil ich ein Helferling bin.“ Kein weiteres Wort nur diese fünf Worte. Sollte mich dies entmutigen? Nein jetzt war meine Neugierde erst richtig geweckt. Ich schrieb zurück „ Erklär mir das, was muss ich mir unter einem Helferling vorstellen?“ Die Antwort wieder ebenso knapp „ Ich bin Ergotherapeut und helfe kranken Menschen.“ Ergotherapeut? Das hatte ich noch nie gehört. Also schrieb ich erneut. So gingen einige Nachrichten hin und her. Doch näher waren wir uns noch nicht gekommen. Dann kam die Nachricht in der er fragte „Hast Du einen Messenger? Da kann man sich viel einfacher und besser unterhalten.“ Selbstverständlich hatte ich mir den in den letzten Monaten zu gelegt, um die diversen Bekanntschaften besser kennen zu lernen. Ich schrieb ihm meinen Messenger und meinen Namen dort. Schon bald kam eine Meldung, Helferling möchte sie zu seinen Kontakten hin zu fügen. In den nächsten zwei Wochen verging kein Abend an dem wir nicht chatteten. Schon bald lief dabei auch die Kamera, das was ich sehen konnte sah nett aus, seine Mimik, die Fältchen um die Augen machten mich an.
Der Fotograf, wurde immer unwichtiger für mich, nur noch selten trafen wir uns. Es blieb keine Zeit mehr für Fototouren, wenn ich spät Nachmittags endlich Feierabend hatte, reichte die Zeit gerade um ein wenig Ordnung zu machen und gemeinsam mit den Kindern zu Abend zu essen. Und schon zog es mich an den PC. Die Kinder zogen mich jetzt auf, hatte ich sie früher gefragt was es ihnen bringt rund um die Uhr in irgendwelchen Chats zu sein, war jetzt ich die jenige die von diesem Fieber gepackt war. Besonders der Helferling hatte es mir angetan. Jeden Abend erfuhren wir ein wenig mehr voneinander. Mittlerweile wusste ich auch das er nur rund 80 km von mir weg wohnte. Wenn man sich auf der Hälfte treffen würde, also keine Entfernung.
Beim Abendessen erzählte ich, dass ich im Internet einen netten Mann kennen gelernt hatte. Die Kinder fragten natürlich sofort, doch Jens reagierte gar nicht. Es schien ihn wirklich nicht zu interessieren was ich trieb. Wenn ich mich abends an den PC setzte verschwand er hinter seinem Vorhang und sah fern. Dies ging rund drei Wochen gut, dann wurde der Wunsch den Helferling auch real kennen zu lernen größer. Wir machten einen Termin aus und wollten uns auf einem Park und Ride Platz direkt an der Autobahn treffen. Zuhause erzählte ich etwas von einer Schulung, was Jens mir auch glaubte. Gegen 13 Uhr saß ich im Auto und fuhr meinem Date entgegen. Nervös wie ein Schulmädchen, was würde mich erwarten, war er real auch so nett wie im Chat? Würden wir uns auch real viel zu erzählen haben. Einen kleinen Moment überlegte ich wieder nach Hause zu fahren. Der Mut verließ mich. Als wenn er dies gespürt hätte, ging genau in diesem Moment mein Handy. „Hallo Gabi, Du, da gibt es keinen Park and Ride Platz.“ „Und jetzt, was machen wir jetzt? Ich bin in fünf Minuten an der Ausfahrt.“ Die Antwort kam schnell „Ich lasse mir etwas einfallen und rufe Dich gleich wieder an.“ Ich fuhr also weiter, verließ die Autobahn an der richtigen Ausfahrt und fuhr Stadt einwärts. Wieder klingelte mein Handy, „Wenn Du von der Autobahn runter bist folge den grünen Hotelschildern in Richtung Stadt. Am Etaphotel gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz, da warte ich auf Dich.“ Hotel schoss es mir durch den Kopf, trotzdem erwiderte ich „Ist gut, ich bin gleich da.“ Wir hatten ausgemacht, dass wir einen Kaffee trinken würden, ein wenig quatschen und uns dann trennen würden. Warum wollte er mich am Hotel treffen, was erhoffte er sich? Dann würde er sicher enttäuscht sein. Denn außer einem Kaffee würde nichts laufen. Noch mit diesen Gedanken befasst fuhr ich auf den Parkplatz, neben einem weißen Nissan war eine Lücke, dort fuhr ich rein. Als ich nach rechts sah, blieb mein Herz bald stehen, denn in dem Wagen saß niemand anders als er. Ich stieg langsam aus, schloss mein Auto ab und wartete. Er stieg ebenfalls aus und kam auf mich zu. Wir sahen uns einen Moment an, dann zog er mich in den Arm und gab mir einen flüchtigen Kuss.
Bei dieser Erinnerung muss ich herzhaft lachen, denn diesen gestohlenen Kuss bestreitet er noch heute.
Schnell ließ er mich wieder los, und sagte „ Schön das Du gekommen bist, ich hatte schon Angst Du könntest es Dir anders überlegen.“ Also hatte er meine Zweifel doch gespürt? „ Du hast Recht, unterwegs überlegte ich einen Moment einfach wieder zurück zu fahren.“ Er lächelte mich an „ Hab keine Angst ich will Dir nichts tun. Du bestimmst was wir an diesem Nachmittag unternehmen.“ Noch immer standen wir auf diesem Parkplatz „ Wir wollten doch irgendwo einen Kaffee trinken gehen, kann man dies hier in der Nähe oder müssen wir das Auto mit nehmen?“ Er zögerte einen Moment „ Wir haben zwei Möglichkeiten, wir können wie vereinbart in die Stadt gehen, einen Kaffee trinken, oder...“ Ich sah ihn an warum sprach er nicht weiter
“ Oder?“ Er schluckte, wusste wohl nicht wie er mir dies sagen soll „ Ich habe hier ein Zimmer bestellt, wir könnten auch hier bleiben, an der Bar etwas trinken oder oben im Zimmer reden. Keine Angst, ich habe keine Hintergedanken. Du hast ja deutlich gesagt was Du möchtest.“ Ein verlockendes Angebot, dem ich gerne gefolgt wäre, doch ich traute mir selber nicht. Wusste, wenn ich mit ihm ins Hotel gehe, konnte alles passieren, deswegen antwortete ich „ Bitte sei nicht böse, doch ich möchte lieber in die Stadt gehen und schauen ob wir dort irgendwo ein Cafe finden.“ Ich war stolz auf mich, hatte der Verlockung widerstanden. Er nahm es gelassen hin und wir gingen in Richtung Fußgängerzone. Ein kleines Bistro war schnell gefunden und wir gaben unsere Bestellung auf. Achim bestritt die Unterhaltung fast allein. Vor lauter Nervosität und Herzklopfen brachte ich kaum einen zusammenhängenden Satz raus. „Möchtest du noch etwas, oder soll ich bezahlen?“ „Danke ich möchte nichts mehr.“
Er half mir in meine Jacke, es war Ende Januar und sehr kalt draußen. Nachdem wir das Bistro verlassen hatten fragte er mich „ Darf ich meinen Arm um Dich legen?“ Ich konnte nur nicken. Er legte den Arm um meine Taille und mir wurde warm. Es war ein Gefühl wie, ich bin zuhause. Kein Unwohlsein, kein fremd sein, sondern einfach wohlfühlen. Den ganzen Weg bis zum Hotel hielt er mich so. Dort angekommen sah er mich an „ Was machen wir jetzt? Möchtest Du sofort nach Hause oder magst Du doch noch mit hoch gehen. Wir haben doch noch so viel zu reden.“ Ich schluckte, nach Hause, nein, wollte ich nicht, aber wenn ich jetzt ja sagte, dann war klar, es würde nicht beim reden bleiben. Trotzdem sagte ich „Lass uns noch ein wenig nach oben gehen, es ist erst 16 Uhr ich habe also noch Zeit.“ Zusammen betraten wir die Rezeption, und er loggte ein. Dann gingen wir in die erste Etage. Die Zimmer waren spartanisch eingerichtet, aber sauber. Kaum war die Tür hinter uns geschlossen, nahm Achim mich in die Arme, begann mich zu küssen und zu streicheln. Er war so sanft so liebevoll, ich ließ mich einfach fallen. „Sag, wenn du nicht möchtest“ flüsterte er mir ins Ohr. Woher sollte er wissen, es war dazu längst zu spät. Schon bei dem geklauten Kuss war es um mich geschehen. Von daher schwieg ich und genoss einfach nur. Irgendwann gegen 23 Uhr kam ich wieder zu mir. So gut war es mir, seit, ja wie lange eigentlich, nicht mehr gegangen. Eigentlich, seit meinen aller ersten Erfahrungen. „Es war richtig schön mit Dir, ich möchte Dich wieder sehen.“ Ich lächelte „ Ja gerne, ich möchte Dich auch wieder sehen.“ Achim nahm mich wieder in den Arm „Kannst Du Samstag 14 Uhr? Wir treffen uns wieder hier auf dem Parkplatz?“ Ich überlegte kurz, was sollte ich Jens sagen, warum ich Samstag schon wieder weg wollte? „ Ja, ich werde um 14 Uhr hier sein. Ich freue mich schon drauf.“
Als ich gegen Mitternacht nach Hause kam, schliefen alle schon. Für mich lohnte es sich nicht mehr ins Bett zu gehen, so zog ich mich leise um und ging in die Küche. Bei einem Kaffee ließ ich meine Gedanken schweifen.
Gabriele Remscheid
„Qual der Wahl“
ab Oktober 2011 überall im Handel erhältlich.
Gabriele Remscheid
In wenigen Wochen genauer gesagt im Oktober 2011 erscheint eine Fortsetzung unter dem Titel „Qual der Wahl.“ Dieses Mal geht es um die Folgen von häuslicher Gewalt. Sehr eindringlich erzählt Frau Remscheid das solche Erfahrungen nicht ohne Spuren bleiben. Wie schwer es ist sich in Freiheit zurecht zu finden. Ein großer Teil des Buches handelt aber auch von den Kindern. Kinder kommen ebenfalls nicht spurlos aus solchen Beziehungen, sie leiden ebenso wie die Mutter, durchleben tiefe Täler, bis sie dann irgendwann ihren Weg finden mit einer solchen Vergangenheit zu leben. Jedes der vier Kinder hat einen eigenen Weg genommen, und keiner glich dem der Mutter.
Im Gegensatz zum ersten Buch wird es in diesem auch Bilder geben die einen kleinen Einblick in Frau Remscheids Privatsphäre geben. Wie Frau Remscheid erzählte plant sie noch einen dritten und letzten Teil. Sie sagt es wäre zu gedrängt alles was geschehen ist in „Qual der Wahl“ zu packen, es würde den Umfang des Buches sprengen.
Hier eine kleine Kostprobe von dem was sie erwartet:
Leseprobe:
Ende Dezember wurde ich auf einen anderen Mann aufmerksam. Er war ebenfalls fast täglich im Chatraum, doch er beteiligte sich nie an den Gesprächen. Warum er mir trotzdem auffiel? Es war sein Nickname. Er nannte sich Helferling. Dies machte mich neugierig, wie kam ein Mann von 44Jahren auf die Idee sich Helferling zu nennen? Einige Zeit später fasste ich mir ein Herz. Es war Anfang Januar, ich war ziemlich früh zu Hause. Ich schrieb dem Helferling eine Nachricht, in der ich ihn direkt darauf ansprach. Einige Zeit später hatte ich tatsächlich eine Nachricht, die mir aber auch nicht weiterhalf. „Weil ich ein Helferling bin.“ Kein weiteres Wort nur diese fünf Worte. Sollte mich dies entmutigen? Nein jetzt war meine Neugierde erst richtig geweckt. Ich schrieb zurück „ Erklär mir das, was muss ich mir unter einem Helferling vorstellen?“ Die Antwort wieder ebenso knapp „ Ich bin Ergotherapeut und helfe kranken Menschen.“ Ergotherapeut? Das hatte ich noch nie gehört. Also schrieb ich erneut. So gingen einige Nachrichten hin und her. Doch näher waren wir uns noch nicht gekommen. Dann kam die Nachricht in der er fragte „Hast Du einen Messenger? Da kann man sich viel einfacher und besser unterhalten.“ Selbstverständlich hatte ich mir den in den letzten Monaten zu gelegt, um die diversen Bekanntschaften besser kennen zu lernen. Ich schrieb ihm meinen Messenger und meinen Namen dort. Schon bald kam eine Meldung, Helferling möchte sie zu seinen Kontakten hin zu fügen. In den nächsten zwei Wochen verging kein Abend an dem wir nicht chatteten. Schon bald lief dabei auch die Kamera, das was ich sehen konnte sah nett aus, seine Mimik, die Fältchen um die Augen machten mich an.
Der Fotograf, wurde immer unwichtiger für mich, nur noch selten trafen wir uns. Es blieb keine Zeit mehr für Fototouren, wenn ich spät Nachmittags endlich Feierabend hatte, reichte die Zeit gerade um ein wenig Ordnung zu machen und gemeinsam mit den Kindern zu Abend zu essen. Und schon zog es mich an den PC. Die Kinder zogen mich jetzt auf, hatte ich sie früher gefragt was es ihnen bringt rund um die Uhr in irgendwelchen Chats zu sein, war jetzt ich die jenige die von diesem Fieber gepackt war. Besonders der Helferling hatte es mir angetan. Jeden Abend erfuhren wir ein wenig mehr voneinander. Mittlerweile wusste ich auch das er nur rund 80 km von mir weg wohnte. Wenn man sich auf der Hälfte treffen würde, also keine Entfernung.
Beim Abendessen erzählte ich, dass ich im Internet einen netten Mann kennen gelernt hatte. Die Kinder fragten natürlich sofort, doch Jens reagierte gar nicht. Es schien ihn wirklich nicht zu interessieren was ich trieb. Wenn ich mich abends an den PC setzte verschwand er hinter seinem Vorhang und sah fern. Dies ging rund drei Wochen gut, dann wurde der Wunsch den Helferling auch real kennen zu lernen größer. Wir machten einen Termin aus und wollten uns auf einem Park und Ride Platz direkt an der Autobahn treffen. Zuhause erzählte ich etwas von einer Schulung, was Jens mir auch glaubte. Gegen 13 Uhr saß ich im Auto und fuhr meinem Date entgegen. Nervös wie ein Schulmädchen, was würde mich erwarten, war er real auch so nett wie im Chat? Würden wir uns auch real viel zu erzählen haben. Einen kleinen Moment überlegte ich wieder nach Hause zu fahren. Der Mut verließ mich. Als wenn er dies gespürt hätte, ging genau in diesem Moment mein Handy. „Hallo Gabi, Du, da gibt es keinen Park and Ride Platz.“ „Und jetzt, was machen wir jetzt? Ich bin in fünf Minuten an der Ausfahrt.“ Die Antwort kam schnell „Ich lasse mir etwas einfallen und rufe Dich gleich wieder an.“ Ich fuhr also weiter, verließ die Autobahn an der richtigen Ausfahrt und fuhr Stadt einwärts. Wieder klingelte mein Handy, „Wenn Du von der Autobahn runter bist folge den grünen Hotelschildern in Richtung Stadt. Am Etaphotel gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz, da warte ich auf Dich.“ Hotel schoss es mir durch den Kopf, trotzdem erwiderte ich „Ist gut, ich bin gleich da.“ Wir hatten ausgemacht, dass wir einen Kaffee trinken würden, ein wenig quatschen und uns dann trennen würden. Warum wollte er mich am Hotel treffen, was erhoffte er sich? Dann würde er sicher enttäuscht sein. Denn außer einem Kaffee würde nichts laufen. Noch mit diesen Gedanken befasst fuhr ich auf den Parkplatz, neben einem weißen Nissan war eine Lücke, dort fuhr ich rein. Als ich nach rechts sah, blieb mein Herz bald stehen, denn in dem Wagen saß niemand anders als er. Ich stieg langsam aus, schloss mein Auto ab und wartete. Er stieg ebenfalls aus und kam auf mich zu. Wir sahen uns einen Moment an, dann zog er mich in den Arm und gab mir einen flüchtigen Kuss.
Bei dieser Erinnerung muss ich herzhaft lachen, denn diesen gestohlenen Kuss bestreitet er noch heute.
Schnell ließ er mich wieder los, und sagte „ Schön das Du gekommen bist, ich hatte schon Angst Du könntest es Dir anders überlegen.“ Also hatte er meine Zweifel doch gespürt? „ Du hast Recht, unterwegs überlegte ich einen Moment einfach wieder zurück zu fahren.“ Er lächelte mich an „ Hab keine Angst ich will Dir nichts tun. Du bestimmst was wir an diesem Nachmittag unternehmen.“ Noch immer standen wir auf diesem Parkplatz „ Wir wollten doch irgendwo einen Kaffee trinken gehen, kann man dies hier in der Nähe oder müssen wir das Auto mit nehmen?“ Er zögerte einen Moment „ Wir haben zwei Möglichkeiten, wir können wie vereinbart in die Stadt gehen, einen Kaffee trinken, oder...“ Ich sah ihn an warum sprach er nicht weiter
“ Oder?“ Er schluckte, wusste wohl nicht wie er mir dies sagen soll „ Ich habe hier ein Zimmer bestellt, wir könnten auch hier bleiben, an der Bar etwas trinken oder oben im Zimmer reden. Keine Angst, ich habe keine Hintergedanken. Du hast ja deutlich gesagt was Du möchtest.“ Ein verlockendes Angebot, dem ich gerne gefolgt wäre, doch ich traute mir selber nicht. Wusste, wenn ich mit ihm ins Hotel gehe, konnte alles passieren, deswegen antwortete ich „ Bitte sei nicht böse, doch ich möchte lieber in die Stadt gehen und schauen ob wir dort irgendwo ein Cafe finden.“ Ich war stolz auf mich, hatte der Verlockung widerstanden. Er nahm es gelassen hin und wir gingen in Richtung Fußgängerzone. Ein kleines Bistro war schnell gefunden und wir gaben unsere Bestellung auf. Achim bestritt die Unterhaltung fast allein. Vor lauter Nervosität und Herzklopfen brachte ich kaum einen zusammenhängenden Satz raus. „Möchtest du noch etwas, oder soll ich bezahlen?“ „Danke ich möchte nichts mehr.“
Er half mir in meine Jacke, es war Ende Januar und sehr kalt draußen. Nachdem wir das Bistro verlassen hatten fragte er mich „ Darf ich meinen Arm um Dich legen?“ Ich konnte nur nicken. Er legte den Arm um meine Taille und mir wurde warm. Es war ein Gefühl wie, ich bin zuhause. Kein Unwohlsein, kein fremd sein, sondern einfach wohlfühlen. Den ganzen Weg bis zum Hotel hielt er mich so. Dort angekommen sah er mich an „ Was machen wir jetzt? Möchtest Du sofort nach Hause oder magst Du doch noch mit hoch gehen. Wir haben doch noch so viel zu reden.“ Ich schluckte, nach Hause, nein, wollte ich nicht, aber wenn ich jetzt ja sagte, dann war klar, es würde nicht beim reden bleiben. Trotzdem sagte ich „Lass uns noch ein wenig nach oben gehen, es ist erst 16 Uhr ich habe also noch Zeit.“ Zusammen betraten wir die Rezeption, und er loggte ein. Dann gingen wir in die erste Etage. Die Zimmer waren spartanisch eingerichtet, aber sauber. Kaum war die Tür hinter uns geschlossen, nahm Achim mich in die Arme, begann mich zu küssen und zu streicheln. Er war so sanft so liebevoll, ich ließ mich einfach fallen. „Sag, wenn du nicht möchtest“ flüsterte er mir ins Ohr. Woher sollte er wissen, es war dazu längst zu spät. Schon bei dem geklauten Kuss war es um mich geschehen. Von daher schwieg ich und genoss einfach nur. Irgendwann gegen 23 Uhr kam ich wieder zu mir. So gut war es mir, seit, ja wie lange eigentlich, nicht mehr gegangen. Eigentlich, seit meinen aller ersten Erfahrungen. „Es war richtig schön mit Dir, ich möchte Dich wieder sehen.“ Ich lächelte „ Ja gerne, ich möchte Dich auch wieder sehen.“ Achim nahm mich wieder in den Arm „Kannst Du Samstag 14 Uhr? Wir treffen uns wieder hier auf dem Parkplatz?“ Ich überlegte kurz, was sollte ich Jens sagen, warum ich Samstag schon wieder weg wollte? „ Ja, ich werde um 14 Uhr hier sein. Ich freue mich schon drauf.“
Als ich gegen Mitternacht nach Hause kam, schliefen alle schon. Für mich lohnte es sich nicht mehr ins Bett zu gehen, so zog ich mich leise um und ging in die Küche. Bei einem Kaffee ließ ich meine Gedanken schweifen.
Gabriele Remscheid
„Qual der Wahl“
ab Oktober 2011 überall im Handel erhältlich.
Gabriele Remscheid
Hinweis:
Fachinformationen-Gesundheit.de distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt dieser Pressemeldung/dieses Artikels. Die Meldung gibt nicht die Meinung von Fachinformationen-Gesundheit.de wieder und somit ist Fachinformationen-Gesundheit.de nicht für die Richtigkeit des Inhalts haftbar, sondern der Urheber der Pressemeldung/des Artikels. Sollte die obige Meldung Rechte jeglicher Art verletzen, bitte kurze Email schicken an service[at]affective.de, wir löschen diese Meldung dann unverzüglich.

