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Retraumatisierung
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17.02.2011, 13:47 Uhr, Psyche und Seelsorge
Aufgrund einiger Berichte wollten wir mit der Autorin Gabriele Remscheid sprechen. Anhand Ihrer Homepage ist man ja über alles auf dem laufenden. Nach einer Anfrage per Mail, vereinbarten wir ein Telefongespräch.
- Guten Tag Frau Remscheid, wir haben auf Ihrer Homepage gelesen das es bei Ihnen einige Neuigkeiten gibt. Positive wie auch negative. Wären sie bereit ein wenig darüber zu erzählen?
Ja natürlich, was möchten sie denn wissen?
- Zuerst haben wir erfahren das sie das Onlineradio gewechselt haben, gab es da einen speziellen Anlass?
Ja, es gab einen Auslöser. Ich bekam eine Email. Eine Redakteurin von Winbuddy schrieb mich an, sie erzählte mir das Sie meine Homepage gefunden hat. Beim stöbern dort hat sie das Buch gefunden. Sie fand es wichtig diesem Buch eine Plattform zu geben, und schickte mir einen Link zu der Seite Own Story. Diese schaute ich mir an, und fand dabei auch das Radio. Nachdem meine Autorenseite und mein Buch innerhalb kürzester Zeit dort präsentiert wurden schaute ich mir das Radio näher an. Erst nur im Hintergrund, dann auch im Chat. Ich fühlte mich dort angenommen und gut aufgehoben. Da es bei meinem alten Sender immer wieder Probleme verschiedenster Art gab, Forderungen die ich nicht nach vollziehen konnte, Machtkämpfe und einiges andere, fühlte ich das Bewerbungsformular aus. Noch am selben Tag bekam ich die Rückmeldung. Ich kündigte bei meinem alten Sender, und machte mit Winbuddy aus das ich ab 1. Januar zu Verfügung stehen würde. Diesen Schritt habe ich nicht bereut.
- Trotzdem geht es Ihnen zur Zeit nicht so gut?
Ja dies stimmt, das Jahr hat nicht sehr positiv begonnen.
- Da Sie auf ihrer Homepage sehr offen damit umgehen, wage ich die Frage was ist geschehen?
Ja stimmt, auf meiner Homepage kann dies jeder nachlesen. Aber ich kann es auch hier noch einmal erzählen.
Ich kämpfe seit ca. einem Jahr um meine Erwerbsunfähigkeitsrente. Jetzt ist plötzlich eine erneute Begutachtung nötig, um darüber entscheiden zu können. Natürlich bei einem männlichen Gutachter. Da es für mich puren Stress bedeutet schrieb ich an den Rententräger und bat darum das man mir doch eine weibliche Gutachterin bewilligen sollte. Es ist sehr traurig das die nächste Gutachterin 50km entfernt ist. Ich musste schriftlich bestätigen das ich diese Anreise auf mich nehmen möchte. Dieses ringen um ein paar Euro Rente zerrt an den Nerven.
- Das ist aber nicht der Hauptgrund?
Nein ein Grund von vielen Faktoren. Das schlimmste war ein stationärer Aufenthalt. Wegen Verdacht auf eine Schlafapnoe musste ich ins Schlaflabor. Dort wurden sehr viele belastende Gedanken wieder wach. Um einem außenstehenden dies deutlich zu machen müsste ich aber weiter ausholen?
- Ja natürlich, denn wir finden es wichtig das solche Auslöser bekannt werden, diese Geschichte ist der Hauptgrund unseres Gespräches heute.
Während meiner Ehe, über die ich ja in meinem Buch geschrieben habe, war ich häufig gefangen, hilflos meinem Peiniger oder einer Situation ausgeliefert. Ich stand unter ständiger Beobachtung, jeder Schritt, jedes Telefonat ja sogar jeder Blick wurde kontrolliert. Alles dies wiederholte sich im Labor.
- Können sie dies näher erklären?
Ja natürlich. Am besten erzähle ich den Ablauf einer solchen Nacht. Man muss gegen 19:30 Uhr dort sein. Dann bekommt man ein Zimmer zugewiesen. Zwischen 20:00 und 20:30 Uhr muss man sich ins Bett legen. Direkt über dem Bett befindet sich eine Kamera. Jemand vom Personal befestigt eine Unmenge an Kabeln an einem. Ab diesem Moment ist man ans Bett gefesselt, aufstehen nicht möglich. Selbst der Gang zu Toilette ist untersagt. Man muss klingeln, dann kommt mit viel Pech ein Pfleger der einem einen Toilettenstuhl direkt neben das Bett stellt. Ein tolles Gefühl. wenn man weiß, dass man über die Kamera gesehen werden kann.
Verkabelt wurde ich von einer Schwester. Irgendwann gegen vier in der Früh bin ich endlich vor dem Fernseher eingeschlafen. Am morgen wurde ich durch ein rütteln an meiner Schulter wach. Ein mir fremder Mann stand neben dem Bett, und seine Hand auf meiner Schulter. Nur mit Mühe konnte ich einen panischen Schrei unterdrücken.
- Sie leiden an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, ist dies richtig?
Ja diese wurde 2006 während einer Reha diagnostiziert. Da ich dieses Trauma während meiner Ehe erlitt und über Jahre ständig erneut traumatisiert wurde, hat sie sich chronifiziert. Von 2005 bis zu dieser Reha Ende 2006 wurde ich wegen Depressionen behandelt.
- Wie wirkt sich diese Erkrankung auf ihren Alltag aus?
Sehr unterschiedlich. Es gibt Tage manchmal auch Wochen wo ich es nicht bemerke und es mich auch nicht beeinträchtigt. Doch mal grob geschätzt acht bis neun Monate im Jahr beeinträchtigt sie mich sehr.
Ich habe kaum noch soziale Kontakte. Lebe sehr zurück gezogen. Es fällt mir schwer unter vielen Menschen zu sein. Mein Verhältnis zu Menschen und ganz besonders zu Männern ist ziemlich gestört. Nach wie vor leide ich an Albträumen. Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Magen und Darmproblemen.
Das Wort ich „MUSS“ erregt bei mir sofort eine tiefe Abwehrhaltung. Anforderungen die ein gesunder Mensch mit links erledigt, bedeuten für mich häufig enorme Anstrengungen. Wenn ich weiß das ich einen Termin habe, den ich einhalten muss habe ich schon Tage vorher Panik, Herzrasen und erhöhte Schlafstörungen. Wann ich die letzte Nacht wirklich durch geschlafen habe, kann ich nicht sagen.
- Außer ihren Büchern, gehen sie sonst noch einer Arbeit nach ?
Nein, es ist für mich undenkbar. Ich bin nicht in der Lage mich irgendwo zu bewerben, bzw. vorzustellen. Ich gehe ja auch nur an mein Telefon wenn mir der Anrufer bekannt ist. Ich selber telefoniere nur mit einigen wenigen Bekannten und Familie. Wie sollte ich dann einer Erwerbstätigkeit nach gehen, mit Fremden zusammen sein, wenn ich es noch nicht mal am Telefon schaffe mit Fremden zu telefonieren?
- Wie lässt sich dies mit ihrer Sendetätigkeit bei Winbuddy vereinbaren?
Dies sind zwei paar Schuhe. Denn erstens muss ich nicht senden. Zweitens mit niemanden reden und drittens sitzt mein Mann neben mir, wir senden gemeinsam. Das senden ist für mich Erholung und Entspannung. Ich kann völlig abschalten.
- Eine letzte Frage. Als Gesprengte Fesseln erschien, sprachen Sie davon eine Fortsetzung zu bringen. Können sie uns dazu noch etwas sagen?
Wenn sie einen Termin wissen möchten, dann muss ich sie enttäuschen. Ich kann Ihnen aber verraten, es wird einen zweiten Teil geben. Zur Zeit komme ich gut voran, und sollte es meine Verfassung zulassen das ich noch zwei drei Wochen intensiv schreiben kann, dürfte die Rohfassung fertig sein. Dann beginnt die mehrmalige Überarbeitung, die ich zum Glück nicht allein bewältigen muss. Der Arbeitstitel lautet „Ein Leben ohne Fesseln“ Ob es unter diesem Titel veröffentlicht werden kann muss ich kurz vor der Veröffentlichung recherchieren.
- Wir danken Ihnen ganz herzlich für dieses Telefonat, wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.
- Guten Tag Frau Remscheid, wir haben auf Ihrer Homepage gelesen das es bei Ihnen einige Neuigkeiten gibt. Positive wie auch negative. Wären sie bereit ein wenig darüber zu erzählen?
Ja natürlich, was möchten sie denn wissen?
- Zuerst haben wir erfahren das sie das Onlineradio gewechselt haben, gab es da einen speziellen Anlass?
Ja, es gab einen Auslöser. Ich bekam eine Email. Eine Redakteurin von Winbuddy schrieb mich an, sie erzählte mir das Sie meine Homepage gefunden hat. Beim stöbern dort hat sie das Buch gefunden. Sie fand es wichtig diesem Buch eine Plattform zu geben, und schickte mir einen Link zu der Seite Own Story. Diese schaute ich mir an, und fand dabei auch das Radio. Nachdem meine Autorenseite und mein Buch innerhalb kürzester Zeit dort präsentiert wurden schaute ich mir das Radio näher an. Erst nur im Hintergrund, dann auch im Chat. Ich fühlte mich dort angenommen und gut aufgehoben. Da es bei meinem alten Sender immer wieder Probleme verschiedenster Art gab, Forderungen die ich nicht nach vollziehen konnte, Machtkämpfe und einiges andere, fühlte ich das Bewerbungsformular aus. Noch am selben Tag bekam ich die Rückmeldung. Ich kündigte bei meinem alten Sender, und machte mit Winbuddy aus das ich ab 1. Januar zu Verfügung stehen würde. Diesen Schritt habe ich nicht bereut.
- Trotzdem geht es Ihnen zur Zeit nicht so gut?
Ja dies stimmt, das Jahr hat nicht sehr positiv begonnen.
- Da Sie auf ihrer Homepage sehr offen damit umgehen, wage ich die Frage was ist geschehen?
Ja stimmt, auf meiner Homepage kann dies jeder nachlesen. Aber ich kann es auch hier noch einmal erzählen.
Ich kämpfe seit ca. einem Jahr um meine Erwerbsunfähigkeitsrente. Jetzt ist plötzlich eine erneute Begutachtung nötig, um darüber entscheiden zu können. Natürlich bei einem männlichen Gutachter. Da es für mich puren Stress bedeutet schrieb ich an den Rententräger und bat darum das man mir doch eine weibliche Gutachterin bewilligen sollte. Es ist sehr traurig das die nächste Gutachterin 50km entfernt ist. Ich musste schriftlich bestätigen das ich diese Anreise auf mich nehmen möchte. Dieses ringen um ein paar Euro Rente zerrt an den Nerven.
- Das ist aber nicht der Hauptgrund?
Nein ein Grund von vielen Faktoren. Das schlimmste war ein stationärer Aufenthalt. Wegen Verdacht auf eine Schlafapnoe musste ich ins Schlaflabor. Dort wurden sehr viele belastende Gedanken wieder wach. Um einem außenstehenden dies deutlich zu machen müsste ich aber weiter ausholen?
- Ja natürlich, denn wir finden es wichtig das solche Auslöser bekannt werden, diese Geschichte ist der Hauptgrund unseres Gespräches heute.
Während meiner Ehe, über die ich ja in meinem Buch geschrieben habe, war ich häufig gefangen, hilflos meinem Peiniger oder einer Situation ausgeliefert. Ich stand unter ständiger Beobachtung, jeder Schritt, jedes Telefonat ja sogar jeder Blick wurde kontrolliert. Alles dies wiederholte sich im Labor.
- Können sie dies näher erklären?
Ja natürlich. Am besten erzähle ich den Ablauf einer solchen Nacht. Man muss gegen 19:30 Uhr dort sein. Dann bekommt man ein Zimmer zugewiesen. Zwischen 20:00 und 20:30 Uhr muss man sich ins Bett legen. Direkt über dem Bett befindet sich eine Kamera. Jemand vom Personal befestigt eine Unmenge an Kabeln an einem. Ab diesem Moment ist man ans Bett gefesselt, aufstehen nicht möglich. Selbst der Gang zu Toilette ist untersagt. Man muss klingeln, dann kommt mit viel Pech ein Pfleger der einem einen Toilettenstuhl direkt neben das Bett stellt. Ein tolles Gefühl. wenn man weiß, dass man über die Kamera gesehen werden kann.
Verkabelt wurde ich von einer Schwester. Irgendwann gegen vier in der Früh bin ich endlich vor dem Fernseher eingeschlafen. Am morgen wurde ich durch ein rütteln an meiner Schulter wach. Ein mir fremder Mann stand neben dem Bett, und seine Hand auf meiner Schulter. Nur mit Mühe konnte ich einen panischen Schrei unterdrücken.
- Sie leiden an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, ist dies richtig?
Ja diese wurde 2006 während einer Reha diagnostiziert. Da ich dieses Trauma während meiner Ehe erlitt und über Jahre ständig erneut traumatisiert wurde, hat sie sich chronifiziert. Von 2005 bis zu dieser Reha Ende 2006 wurde ich wegen Depressionen behandelt.
- Wie wirkt sich diese Erkrankung auf ihren Alltag aus?
Sehr unterschiedlich. Es gibt Tage manchmal auch Wochen wo ich es nicht bemerke und es mich auch nicht beeinträchtigt. Doch mal grob geschätzt acht bis neun Monate im Jahr beeinträchtigt sie mich sehr.
Ich habe kaum noch soziale Kontakte. Lebe sehr zurück gezogen. Es fällt mir schwer unter vielen Menschen zu sein. Mein Verhältnis zu Menschen und ganz besonders zu Männern ist ziemlich gestört. Nach wie vor leide ich an Albträumen. Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Magen und Darmproblemen.
Das Wort ich „MUSS“ erregt bei mir sofort eine tiefe Abwehrhaltung. Anforderungen die ein gesunder Mensch mit links erledigt, bedeuten für mich häufig enorme Anstrengungen. Wenn ich weiß das ich einen Termin habe, den ich einhalten muss habe ich schon Tage vorher Panik, Herzrasen und erhöhte Schlafstörungen. Wann ich die letzte Nacht wirklich durch geschlafen habe, kann ich nicht sagen.
- Außer ihren Büchern, gehen sie sonst noch einer Arbeit nach ?
Nein, es ist für mich undenkbar. Ich bin nicht in der Lage mich irgendwo zu bewerben, bzw. vorzustellen. Ich gehe ja auch nur an mein Telefon wenn mir der Anrufer bekannt ist. Ich selber telefoniere nur mit einigen wenigen Bekannten und Familie. Wie sollte ich dann einer Erwerbstätigkeit nach gehen, mit Fremden zusammen sein, wenn ich es noch nicht mal am Telefon schaffe mit Fremden zu telefonieren?
- Wie lässt sich dies mit ihrer Sendetätigkeit bei Winbuddy vereinbaren?
Dies sind zwei paar Schuhe. Denn erstens muss ich nicht senden. Zweitens mit niemanden reden und drittens sitzt mein Mann neben mir, wir senden gemeinsam. Das senden ist für mich Erholung und Entspannung. Ich kann völlig abschalten.
- Eine letzte Frage. Als Gesprengte Fesseln erschien, sprachen Sie davon eine Fortsetzung zu bringen. Können sie uns dazu noch etwas sagen?
Wenn sie einen Termin wissen möchten, dann muss ich sie enttäuschen. Ich kann Ihnen aber verraten, es wird einen zweiten Teil geben. Zur Zeit komme ich gut voran, und sollte es meine Verfassung zulassen das ich noch zwei drei Wochen intensiv schreiben kann, dürfte die Rohfassung fertig sein. Dann beginnt die mehrmalige Überarbeitung, die ich zum Glück nicht allein bewältigen muss. Der Arbeitstitel lautet „Ein Leben ohne Fesseln“ Ob es unter diesem Titel veröffentlicht werden kann muss ich kurz vor der Veröffentlichung recherchieren.
- Wir danken Ihnen ganz herzlich für dieses Telefonat, wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.
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